Dienstag, 7. Februar 2012

Funktionaloptometrie seit November 2008 an der Optonia. 

Seminarleitung: Herr Uwe Seese 
Kosten und Daten bitte unter Seminare einsehen.

Die Funktionaloptometrie (FO) ist eine praktische Wissenschaft und beschäftigt sich mit der individuellen Seherfahrung (Sehen), der Qualität der visuellen Grundfunktionen und der daraus resultierenden Wahrnehmung.

Visualtraining:

Ein Visualtraining beginnt immer mit einer Analyse der visuellen Fähigkeiten. Daraufhin wird das Visualtraining bestimmt. 

Das Visualtraining (VT) ist neben der visuelle Analyse ein weiteres Herzstück der Funktionaloptometrie. Das VT ist ein Training der vorhandenen Fähigkeiten. Der Schüler (Kunde) wird vom Trainer (Funktionaloptometristen) in Übungen eingewiesen, beobachtet, berichtigt und geschult.

Praktisch sieht das so aus, dass der Funktionaloptometrist auf Grund der Ergebnisse der visuellen Analyse für den Kunden vier Übungen auswählt. Diese Übungen werden so gestaltet dass der Schüler sich anstrengen muss, sie aber mit Erfolg meistern kann. Die Übungen werden in der Praxis eines Funktionaloptometristen vermittelt und absolviert.

Zu Hause führt der Schüler die Übungen täglich aus. Der Zeitaufwand schwankt zwischen 15 und 20 Minuten pro Tag. In der Regel kommt der Schüler nach 14 Tagen wieder zu seinem Augenoptiker. Es werden die Übungen der letzten 14 Tage besprochen und entstandene Probleme praktisch kontrolliert.

Auf Grund der dann aktuellen Fähigkeiten werden die Übungen verändert oder durch andere ersetzt. Diese werden wieder beim Funktionaloptometristen geübt und anschließend täglich zu Hause durchgeführt.

In diesem Rhythmus arbeiten Schüler und Trainer zusammen, bis die Qualität der visuellen Fähigkeiten soweit aufgebaut ist wie es der Kunde wünscht.

Vier Übungen

Warum besteht jede Trainingseinheit aus vier Übungen (bis auf wenige Ausnahmen)?

Der Sinn des Visualtrainings besteht darin, dass der Kunde ohne darüber nachzudenken, also automatisch, seine Fähigkeiten im täglichen Leben, auf dem durch das Training verbesserten Niveau benutzt. Ein komplizierter Satz, aber so ist er richtig und wichtig. Lesen Sie ihn notfalls öfter.

Dazu ein Beispiel:

Auf Grund einer langwierigen Verletzung gewöhnt sich ein Mensch an, das rechte Bein nicht anzuheben. Diese Bewegung bereitet Schmerzen. Das hat zur Folge, dass die Person beim Treppensteigen immer mit dem linken Bein die nächst höhere Stufe betritt und das rechte Bein nur nachzieht. Besteht das gesundheitliche Problem lange genug, so wird die Person diese Art des Treppensteigen automatisch ohne darüber nachzudenken anwenden. Sie wird weiter so die Treppen gehen, auch wenn sie wieder beschwerdefrei ist. Die Art des Treppensteigen ist antrainiert und integriert (wird automatisch gemacht). Wenn die Person wieder "normal" also alternierend Treppen laufen will, muss sie sich dieses neu trainieren. Als Training reicht es nicht täglich 100 mal des rechte Bein zu heben. Es muss das Treppen steigen praktisch trainiert werden. Das Trainieren einzelner Bestandteile des kompletten Bewegungsablaufes führt nicht zu einem geänderten Verhalten (es wird weiter alternierend die Treppe gestiegen).

Im Sehen unterscheiden wir vier Arten von Fähigkeiten:

Augenbewegungen

Akkommodation

Vergenz

Bewusstsein

Im Training müssen immer alle vier Bereiche gezielt angesprochen werden. Nur so können Fähigkeiten, für das tägliche Leben, verändert werden. Wird eine Fähigkeit alleine trainiert, so erreicht man durchaus bei dieser Fähigkeit eine deutliche Verbesserung. Nur im täglichen Leben wird die Fähigkeit nicht in der trainierten Qualität angewandt. Im Zusammenspiel arbeiten die einzelnen Fähigkeiten wie bisher auf gewohntem Niveau zusammen.

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