Dienstag, 7. Februar 2012

Ausbildung in Funktionaloptometrie an der Fachschule OPTONIA in Diez

Neuer Kursbeginn:   März 2013 und März 2014

Dienstleistung in der Augenoptik soll in Zukunft einen noch höheren Stellenwert erhalten.

Im November 2009 endete erstmals an der Fachschule OPTONIA die Ausbildung in Funktionaloptometrie. 16 Augenoptiker nahmen an dieser Fortbildung teil und waren ausnahmslos begeistert, was Funktionaloptometrie bewirken kann. Oftmals fanden diese Augenoptiker keine Erklärung für die visuellen Defizite ihrer Klienten. Insbesondere bei Kindern deren Sehschärfe relativ hoch ist, ließen sich visuelle Beeinträchtigungen nicht erklären. In den Seminaren mussten die Teilnehmer erfahren, dass nicht ausschließlich die bestmöglichen Korrektionsgläser, mit denen die höchste Sehschärfe erreicht wird, alle visuellen Defizite ausgleichen.

Als Referenten konnte die OPTONIA  Uwe Seese, den Autor des Buches „Sehen kann man lernen“  gewinnen. Er betreibt in Kiel die „Schule der visuellen Wahrnehmung“. Dort bietet er ausschließlich seine Dienstleistungen an. Er widmet sich Menschen mit unterschiedlichen Problemen, die häufig auf Entwicklungsdefizite zurückzuführen sind. Die meisten seiner Kunden sind Kinder, da diese –im Gegensatz zu Erwachsenen- ihren Problemen nicht ausweichen können. In den Schulen werden ihnen täglich Aufgaben gestellt, unabhängig davon, ob sie in der Lage sind, diese zu bewältigen. Mit der Funktionaloptometrie setzt er dort an, wo die klassische Augenheilkunde genauso wenig weiter kommt, wie die Augenoptik.

Im ersten Seminarblock stand das Thema „visuelle Analyse“ im Vordergrund. Es wurden eine Vielzahl von Messungen durchgeführt, Sehfunktionen geprüft und anschließend ausgewertet. Im zweiten Block erarbeiteten die Teilnehmer Entwicklungsteste. Für die praktischen Übungen standen 6 Kinder als „Testobjekte“ zur Verfügung.

Im Anschluss daran konnten die Übungen für das Visualtraining festgelegt werden. Es gibt fünf verschiedene „Trainingstypen“, für die jeweils individuelle Trainingspläne auszuarbeiten sind.

Das  „Amblyopietraining“ dient zur Steigerung der Sehschärfe. Amblyopie liegt vor, wenn die anatomisch, physiologisch mögliche Sehleistung trotz körperlicher und geistiger Gesundheit nicht erreicht wird. Amblyopie ist somit keine Krankheit, sondern nur eine mangelnde Qualität der erworbenen Fähigkeit, Dinge scharf zu sehen. Besonders zu empfehlen ist das „Amblyopietraining“ Kindern, bei denen Sehschärfeunterschiede zwischen beiden Augen vorliegen. Nach wenigen Wochen Trainingszeit ist oftmals eine erhebliche Steigerung der Sehleistung messbar. 

Ein „Myopietraining“ dient dazu eine kontinuierlich fortschreitende Kurzsichtigkeit konstant zu halten oder auch zu reduzieren. Kurzsichtigkeit entsteht häufig dadurch, dass sich Menschen fast ausschließlich mit dem Sehen in der Nähe beschäftigen. Insbesondere bei Schülern und Studenten zeigt sich ein „Anwachsen“ der Kurzsichtigkeit, was fälschlicherweise mit dem Längenwachstum der Augen begründet wird. Das Augenpaar hat sich die Kurzsichtigkeit meist angeeignet um in der Nähe deutlich zu sehen, wodurch dann jedoch ein Sehschärfeverlust für ferne Objekte entsteht. Eine Brille, die speziell für die Nähe gefertigt wird, dient dazu, dass die Kurzsichtigkeit nicht mehr anwächst. Auch ein gelegentliches anschauen ferner Objekte während der Naharbeiten ist empfehlenswert.

Das Training „Allgemeine Fähigkeiten“  wird auch bei Burn-out-Syndrom -neben anderen Therapien - empfohlen. Visuelle Defizite werden zu einer starken Belastung, was dazu führen kann, dass man den alltäglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Auch Patienten nach Schlaganfall ist ein begleitendes Visualtraining zu empfehlen, um Ihre Fähigkeiten wieder zu erlernen bzw. zu verbessern.

Desweiteren gibt es die Trainingsarten „Strabismus“, und „Das lernverzögerte Kind“.

Wer sich für ein Visualtraining entscheidet, sollte ein gewisses Maß an Motivation und Ausdauer mitbringen. Langfristige Verbesserungen können nur erzielt werden, wenn über einen längeren Zeitraum regelmäßig trainiert wird. Die Übungen sollten an 5 Tagen wöchentlich ca. 20 Minuten durchgeführt werden. Obwohl sie von Kindern als relativ einfach empfunden werden, ist dennoch die Unterstützung von einem Elternteil erforderlich.

Regelmäßige Besuche beim Visualtrainer dienen zur Erfolgskontrolle und sind notwendig um das Training permanent zu aktualisieren.

Je früher mit einem Visualtraining begonnen wird, desto kürzer ist der Zeitraum, indem Erfolge sichtbar werden. Bei Kindern zeigt sich häufig schon nach einigen Monaten eine Verbesserung der Lesefähigkeit und die Anzahl der Rechtschreibfehler nimmt ab.

Weil die visuellen Fähigkeiten in Schule und Beruf einen so hohen Stellenwert erreicht haben, wird die OPTONIA in Diez auch in Zukunft die Ausbildung in Funktionaloptometrie anbieten. Der nächste Kurs startet März 2013 und März 2014.

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